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Die Presse / Kritiken

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Aus dem Wiesbadener Kurier über
"Verlorene Liebesmüh"
vom 30.06.2011

„Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler. Sie treten auf und gehen wieder ab, sein Leben lang spielt einer manche Rollen.“ Der Satz stammt von William Shakespeare und findet sich in seinem Stück „Wie es euch gefällt“. Und doch passt es auch auf die Inszenierung „Verlorene Liebesmüh“ mit der das Igstadter Scheunentheater gerade in sechs Vorstellungen sein Publikum mitnahm auf eine kurzweilige Reise, einen höchst unterhaltsamen Schlagabtausch seiner Protagonisten, der Liebenden Biron und Rosaline, Longaville und Maria, Dumain und Katharina. Und natürlich dem König von Navarra und der Prinzessin von Frankreich.

Und das Scheunentheater hat auch dieser, seiner 34. Produktion, den eigenen Stempel aufgedrückt. Mit „weggepiepten“ Frivolitäten, mit einigen integrierten Sololiedern, dem eindrucksvollen Schlusschor „There’s no business, like showbusiness“, und mit der Spielfreude seines bunt gemischten Ensembles mit über 30 engagierten Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen.

Der sportliche Edelmann Biron erscheint in Igstadt im Dress des Golfspielers, der Genießer Longaville mit einer Salami anstelle eines Einstecktuches in seiner Tasche und der Dichter Dumain mit der roten Schreibfeder. Die vier Edelleute haben einen gemeinsamen Schwur geleistet für drei Jahre allem zu entsagen, was sie vom ernsthaften Studium abhalten kann. Doch kaum haben sie ihren Schwur geleistet, so würden sie ihn auch gerne wieder rückgängig machen.

Jeder der vier Edelleute wirbt hinter dem Rücken der Freunde um die Frau seines Herzens. „Was ist verlogener als verlogen - echte Männerfreundschaft“, so klingt es dazu von der Bühne. Wie immer macht es Shakespeare denen, die von Amors Pfeil getroffen wurden, nicht leicht. Enttäuscht sind zuerst die Damen, dass die Herren (nach ihrem Enthaltsamkeitsschwur) sich arg zurückhaltend zeigen. Dann aber nutzen sie die Situation aus und halten die verliebten Herren eine Weile zumindest arg zum Narren.

Der Diener des Königs, Schädel mit Namen, trägt seinen Teil dazu bei. Mal als geschwätziger Narr, mal als tiefgründiger Philosoph („Er hat schon manche Schlacht geschlagen, aber wie man ein Weib besiegt, das weiß er nicht“) und sorgt für manches Missverständnis und manche Verstrickung. Bis am Ende doch jedes Paar zueinanderfindet.

„Das Rätsel Weib bleibt noch in 100 Jahren ungelöst“, lässt der englische Dichter den Diener Schädel ebenfalls sinnieren. Und schrieb dies vor immerhin 500 Jahren.

Von Barbara Yurtöven

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"Linie 1 "
Aus dem Wiesbadener Kurier vom 14.06.2005:

Gesang, Tanz und Schauspiel!

"... wurde nicht enttäuscht: In über 60 verschiedenen Rollen bewiesen Gerrit Voges Schauspieler ihre Spielfreude und bereiteten [...] dem Publikum einen wunderschönen Abend.

Ideenreich und kreativ begleitete das mulitmediale Bühnenbild den Lauf der Handlung. Einfahrende Züge, U-Bahnabteile und Haltestellen [...].

Ein begeisteter Schlussapplaus verabschiedete die Darsteller nach zweieinhalb Stunden von der Bühne. Der Lohn für eine gute Zusammenarbeit im Vorfeld des Stückes, die in Igstadt Programm ist."

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Aus dem Wiesbadener Kurier über
"Die Liebenden in der Untergrundbahn"
vom 11.09.2003:

In einer Atmosphäre aus Fremdbestimmung, Anonymität und Einsamkeit spielt das neueste Stück des Igstadter Scheunentheaters "Die Liebenden in der Untergrundbahn" von Jean Tardieu. (...)
Wie Marionetten wirken die Darsteller des Igstadter Scheunentheaters in dem Stück "Die Liebenden in der Untergrundbahn" von Jean Tardieu.

Marionetten oder Menschen? Mit starrer Mimik und mechanischen Bewegungen agieren die Bühnendarsteller inmitten einer künstlich wirkenden Szenerie, die die Pariser Metro darstellt.

Marionetten oder Menschen? Mit starrer Mimik und mechanischen Bewegungen agieren die Bühnendarsteller inmitten einer künstlich wirkenden Szenerie, die die Pariser Metro darstellt.
Jean Tardieu. Der französische Autor, der 1995 starb, sah sich ganz in der Tradition der Surrealisten, die nach einer höheren Realität im freien, irrationalen Denken strebten. So verwundert es wenig, dass "Die Liebenden in der Untergrundbahn" ein bewusst irritierendes, bisweilen extrem verstörendes Bild menschlichen Zusammenlebens zeigen: Als hätte es sich der Regisseur des Stücks, Gerrit Voges, zur Aufgabe gemacht, die Realität als Collage inhaltlich autonomer Erzählfetzen zu gestalten. "Jeder ist allein, obwohl er sich in der Masse bewegt", erläutert Dahl den gesellschaftskritischen Charakter des Stücks, das dennoch Hoffnung beinhaltet: "Die beiden Liebenden finden sich trotz allem." Das Stück sei rhythmisch, romantisch und schnell.

Für das eingespielte Ensemble des Igstadter Scheunentheaters ist es seit dem Gründungsjahr 1988 die erste Inszenierung im Stil des absurden Theaters. "Das ist schon eine besondere Herausforderung", beurteilt Dahl die Anforderungen.

Insbesondere für die Nachwuchsdarsteller sei es ein reizvolles Experiment: Nachdem in den vergangenen Jahren stets Geschichten in Form des traditionellen Theaters inszeniert und gespielt wurden, bricht das absurde Theater mit den gängigen Konventionen. So dienen die brüchigen, sinnentleerten Dialoge nicht mehr der Verständigung der Figuren miteinander. Stattdessen zeugen die Floskeln und das zwanghafte Geplapper vom vergeblichen Kampf gegen die Isolation.

Ferner klingt in der Aufführung ein konsequent parodistisch-ironischer Ton an, der ein präzises Spiel erfordert. "Es gibt sehr viele Rollen und sie sind nahezu gleichwertig", (...) für Alice Czolnik und Alexander Falk, die die beiden Liebenden spielen, sind es die ersten Hauptrollen. "Es ist toll zu beobachten, wie unsere Jugendlichen immer größere Parts übernehmen", freut sich Dahl.

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Aus dem Erbenheimer Anzeiger über
"Ich flieg auf dich"
vom 11.04.2003:

[...] "Ich flieg auf dich" hält keinem Vergleich mit simplen Kleinkunstbühnen stand, [...] es darf zurecht als einfallsreich und ausdrucksstark bezeichnet werden. Pointierter Wortwitz, reduzierte Spielhandlungen mit fantasievollen Dimensionen und die Qualität der gesanglichen Darbietungen ergänzten [...] sich hervorragend.

Jakob Voges, der Alfred spielt, überzeugt nicht nur als schüchterner Verliebter, sondern auch als Gesangspartner, wenn er gemeinsam mit der kokettierenden Wirtstochter Sarah, alias Kerstin Vollmer, in einem Spitzen-Duett den ersten Schmetterlingen im Bauch den Auftrieb gibt.

Frank Einloth hat den Diener des Grafen [...] mit herausragenden pantomimischen Fähigkeiten ausgestattet. In der Rolle des buckligen Koukol erinnert er [...] an Charles Laughton, der einst den "Quasimodo" meisterlich verkörperte.
Graf von Krolock [...] findet in Klaus-Feine Koch einen maliziösen Darsteller, [...] er beherrscht die Gesetze der vordergründigen Täuschung, auch durch seine ausgeprägte Mimik.
Die Gelehrtenrolle des Professor Abronisus ist Eberhard Lichtenheld geradezu auf den "Leib geschrieben".

Fee Geipel verleiht der Carmilla durch schauspielerisches und gesangliches Können eine überzeugende, dominante und laszive Ausstrahlung.

War es nun mehr ein Musical, ein Grusical oder Sprechtheater mit Scherz, Satire und Ironie? Die Zuschauer kamen zu unterschiedlichen Bewertungen, was ganz im Sinne der Regie war.
Dem gesamten Ensemble, darunter auch Jugendliche der Martin-Niemöller-Schule, Helene-Lange und Elly-Heuss-Schule, darf man jedenfalls ein bahnbrechendes Gespür für eine offene Theaterkultur attestieren. [...]

         Renate Fluder

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Aus dem Erbenheimer Anzeiger über
"Faust - Heinrich, mir graut's vor dir"
vom 28.06.2002:

Wieder ein Volltreffer gelandet hat das [...] Scheunentheater. Das Rezept, sich respektlos den ganz großen Klassikern zu nähern und sie mit erfrischendem Lokalkolorit zu versehen [...] hat funktioniert. [...]
Gerrit Voges (Regie) und Frank Einloth (Text) haben eine bunte, schrille urkomische und vor allem den Schauspielern auf den Leib geschneiderten Revue entworfen, der an nichts mangelt: Musik und Tanz, Komik und tausend originelle Ideen lassen 2 Theaterstunden keine Minute lang langweilen.

 

Das Stück lebt von der hervorragenden Besetzung. Wenn man so viele Talente zur Verfügung hat, kann man die Rollen auch [...] doppelt besetzen. [...] Mephisto wird einerseits sehr diabolisch von Klaus-Feine Koch, andererseits herausfordernd-sexy von Fee Geipel, auch gesanglich in Hochform, verkörpert.
Köstlich wie stets ist Christiane Dreßlers Hanswurst, temperamentvoll und ungehemmt.
[...] Richard Ewen hat [...] immer das passende Lied zur Szene gefunden, ob nun Faust und Gretchen "Something stupid" [...] intonieren, ob beim wilden Hexenfest Ballermannlieder gegrölt wird oder Mephisto ganz diabolisch "There must be an angel" singt. Und zum Schluss - wie könnte es anders sein - "Always look on the bright sight of life" mit allen Akteuren.

Fünf ausverkaufte Vorstellungen in der vergangenen Woche sind der Dank des Publikums, das wieder - zurecht - total begeistert von dieser agilen, originellen Truppe war, auf deren nächsten Einfall man jetzt schon gespannt sein darf!
                                                                                    Anja Baumgart-Pietsch






 

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