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Das Scheunentheater - 2-

Der Erfolg spornte die Gruppe an und man beschloss, die Theaterarbeit fortzusetzen. Wochenlang wurde nach geeigneten Stücken und Schauspielern gesucht. Die Wahl viel dann auf das Theaterstück „Der wahre Jakob“, ein typisches Stück für Laienbühnen. Während noch bei dem ersten Stück beim Bühnenbild sehr stark improvisiert wurde, legte nun die Theatergruppe auch sehr viel Wert auf ein ansprechendes Bühnenbild. So wanderte das eine oder andere „gute Stück“ vom heimischen Wohnzimmer in die Pfarrscheune, Dekorationen wurden geschreinert und geeignete Garderobe ausgeliehen.

Am xx.xx.1989 öffnete sich erneut der Vorhang. Eberhard Lichtenheldt brillierte ganz im Stile Willy Millowitschs als der „wahre Jakob“. In weiteren Rollen standen unter anderen Ruth Lichtenheldt, Hans Steinmetz, Christel Walliser, Pfarrer Dr. Ohly und Helmut Nehrbaß.

Erfolg macht süchtig. Nach den beiden ersten Aufführungen wurde dann intensiv diskutiert, wie man die nächsten Stücke noch besser inszenieren könnte. Mit Gerrit Voges wurde dann ein Regisseur engagiert und ihm sozusagen „mit schwerem Herzen“ die Leitung übertragen. Die Theaterproben veränderten sich. Der engagierte Lehrer hatte jahrelange Theatererfahrung mit Schultheater und konnte so einiges an Wissen rund um die Schauspielkunst vermitteln. Vor den Proben gab es – wie beim Sport – ein „warming-up“, bei dem es in phantasievollen, improvisierten Übungen um Stimmbildung, Imagination und Bewegung geht. 

Weitere Schauspieler wurden zur Verstärkung der Laiengruppe angesprochen sowie Nora Michel für das Bühnenbild und die Requisiten.

Die weitere Arbeit der Gruppe, die sich jetzt „Igstadter Scheunentheater“ nennt, ist geprägt von dem Gedanken, nicht nur einfaches Schwanktheater, sondern anspruchsvolles Boulevardtheater aufzuführen.

Am 27. Sept. 1991 war es dann wieder so weit.  Mit „Floh im Ohr“ wurde eine Komödie von Georges Feydeau auf die Bühne gebracht. Nicht nur das Publikum hat durch Szenenapplaus und Lachen die Kulissen zum Wackeln gebracht, sondern auch die Wiesbadener Zeitungen überschütteten die Aufführungen mit Lob. „Dem Regisseur Gerrit Voges ist es mit der Neuinszenierung ausgezeichnet gelungen , die Wort- und Situationskomik des Stückes so pointiert herauszuarbeiten und an die Schauspieler zu verteilen, dass die Aufführung des Stückes ein Riesenerfolg für das Ensemble wurde.“ Eberhard Lichtenheldt überzeugte in seiner Doppelrolle, was bedeutete, das er in Sekundenschnelle, hinter der Bühne eine innere und eine äußere Verwandlung – vom vornehmen Direktor zum trinkfreudigen Hoteldiener vornehmen mußte. In weiteren Hauptrollen Ruth Lichtenheldt und Christel Walliser, die mit einem perfekten Italienisch begeisterte.  Gualtiero Ibba verzauberte das Publikum mit seinem italienischen Akzent und seinem südländischen Temperament. Außerdem standen Helmut Nehrbaß als sprachgestörter Neffe, Frank Einloth als langsamer Diener, Pfarrer Konrad Ohly, Kurt Rauschnabel, Frank Dengel, Inge Moser, Barbara Marschal, Petra Vanscheidt, Richard Ewen und Klaus Feine-Koch auf der Bühne sowie Ilse Köhler als Souffleuse vor und Nora Michel hinter der Bühne. Die insgesamt fünf Aufführungen waren restlos ausverkauft und wurden mit minutenlangem Beifall honoriert.

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